Themen dieses Kurses

  • COACH: Patientenzentrierte  interdisziplinäre Gesundheitsversorgung bei chronisch kranken  Jugendlichen

     

    Relevanz

    Epidemiologischen Studien zufolge leiden etwa zwischen 10-15% aller Kinder und Jugendlichen an einer chronischen Erkrankung.  Diese körperlichen Erkrankungen gehen oft mit einer erhöhten psychischen Belastung sowie einer verringerten gesundheitsbezogenen Lebensqualität einher. Obwohl die dauerhaften negativen Auswirkungen von komorbider Angst und Depression auf den Behandlungsverlauf sowie wirksame Interventionen zur Behandlung dieser komorbiden psychischen Störungen hinreichend bekannt sind, ist die Versorgungssituation durch mangelnde systematische Früherkennung und Zugangsprobleme zur psychotherapeutischen Behandlung gekennzeichnet. Aus diesen Gründen verfolgt der interdisziplinäre Forschungsvorbund das Ziel der Implementierung und Evaluation eines generischen, interdisziplinären Versorgungsmodells, um die Versorgung von Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen zu verbessern.

    Innerhalb der Studie sollen wissenschaftlich abgesicherte Interventionen für chronische Erkrankungen und komorbide psychische Störungen im Jugendalter entwickelt werden. Hierbei sollen geeignete Instrumente zum Screening von Angst und Depression bei chronisch kranken Jugendlichen in den Projektambulanzen eingeführt werden, um belastete Jugendliche frühzeitig zu erkennen und im Rahmen eines verbesserten interdisziplinären Gesamtversorgungskonzepts besser behandeln zu können. Weitere Teilprojekte beschäftigen sich mit der Untersuchung von der psychosozialen Anpassung, sowie der Untersuchung der Wirksamkeit der Motivierenden Gesprächsführung und der therapeutengestützten Onlinepsychotherapie für chronisch kranke Jugendliche mit komorbider Angst und Depression. Das Gesamtvorhaben wird als direkte Maßnahme angesehen um die psychische Gesundheit in der vulnerablen Gruppe chronisch kranker Jugendlicher zeitnah und nachhaltig zu steigern. Eine abschließende Gesundheitsökonomische Kosten-Nutzen-Analyse soll die Integration und Aufbereitung der gemeinsamen wissenschaftlichen Erkenntnisse und deren Übernahme in der regulären Krankenversorgung unterstützen.

    Projektphasen und Ziele

    In einer ersten Projektphase sollen dabei Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen und psychischen Schwierigkeiten innerhalb der den Registerdatenbanken angeschlossenen klinischen Einrichtungen identifiziert werden. In einer zweiten Phase soll gezeigt werden, dass sich frühe Interventionnen (Motivierende Gesprächsführung und psychologische Onlineintervention) förderlich auf die Behandlungsadhärenz und die psychische Gesundheit dieser Hochrisikogruppe von Jugendlichen mit einer chronischen Erkrankung bei gleichzeitig vorliegender Angst- und/oder Depressionssymptomatik auswirkt.

    Ziel des Projektes COACH ist es folglich, die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen via Internettherapie zu verbessern. Internetbasierte Psychotherapie erwies sich in der Vergangenheit bereits als eine evidenzbasierte Form bei der Behandlung von  Angst und Depression. Bei COACH wird eine onlinebasierte therapeutengestützte Schreibtherapie durchgeführt. Diese enthält insgesamt zehn Schreibaufgaben, die auf den Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie basieren. Die kognitive Verhaltenstherapie ist empirisch überprüft und die Methode erster Wahl bei der Behandlung von Ängsten und Depressionen im Jugendalter.

    Im Anschluss wird das interdisziplinäre Forscherteam in einer dritten Projektphase sowohl allgemeine Interventionskomponenten evaluieren und in die Versorgungslandschaft implementieren (z.B. regelmäßige Mental Health Screenings, Motivierende Gesprächsführung, Kognitive Verhaltenstherapie online), als auch evidenzbasierte Empfehlungen für die kollaborative Gesundheitsversorgung von Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen erstellen.

     

    Infos zur psychologischen Onlinetherapie

    COACH ist ein internetbasiertes kognitiv-verhaltenstherapeutisches Schreibprogramm für Jugendliche mit einer seltenen chronischen Erkrankung bei gleichzeitig vorliegende Angst oder Depression. Es arbeitet krankheitsübergreifend mit dem Fokus auf der psychischen Symptomatik der Jugendlichen ohne medizinische Beratung.

    COACH umfasst 10 Schreibaufgaben mit den Themenbereichen: Reflektieren der aktuellen emotionalen Belastung, Angstbewältigung, Veränderungen von dysfunktionalen Gedanken, Erprobung von Problemlösungsstrategien und Selbstfürsorge.

    Die Teilnehmer bearbeiten die Schreibaufgaben einmal wöchentlich in jeweils ca. 45 Minuten bei selbst gewählter Zeiteinteilung.

    COACH unterliegt strengen Datenschutzbedingungen. Der Kontakt mit den Therapeuten und die Datenerhebung erfolgen ausschließlich über eine gegen Fremdzugriffe gesicherte Internetplattform. Für die Teilnahme am Interventionsprogramm sind folgende Daten mit Personenbezug erforderlich: E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und ein selbst gewähltes Pseudonym. Die Kommunikation der Fachnutzer und der Teilnehmer mit dem Server wird kryptographisch verschlüsselt. Zugriff auf personenbezogene Daten ist nur dem Administrator oder dem Projektmanager möglich.

    COACH wird von geschulten Therapeuten durchgeführt. Im Rahmen der „Förderinitiative Gesund –  ein Leben  lang“ des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist die Teilnahme für Jugendliche kostenlos. Durch psychologische Eingangs, Verlaufs- und Abschlussdiagnostik im Onlineverfahren wird der individuelle Therapie-verlauf evaluiert.

    Wer kann an COACH teilnehmen?

    Psychische belastete Jugendliche

    • im Alter von 12 bis 20 Jahren mit seltenen chronischen Erkrankungen (Diabetes Typ 1 (T1D), juveniler idiopathischer Arthritis (JIA) und Mukoviszidose (CF)
    • die auffällige Angst und Depressionssymptome aufweisen (GAD-7 ≥ 7 oder PHQ-9 ≥ 7)
    • die während des Behandlungszeitraums von etwa 12 Wochen einen Zugang zum Internet haben
    • die über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen

     

    Das Projekt COACH wird von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Ulm (Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie), Universitätsklinikum Düsseldorf, dem Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin, dem Christiane Herzog-Zentrum an der Charité in Berlin, sowie der Universität Potsdam durchgeführt.

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